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Presse

BWVL Pressemitteilung

Bonn, 13. April 2026 Der BWVL kritisiert die von der Bundesregierung angekündigte Entlastungsmaßnahme bei den Kraftstoffpreisen als unzureichend und unausgewogen. Aus Sicht des Verbandes bleibt die Maßnahme deutlich hinter dem zurück, was angesichts der Belastungen für Transportwirtschaft und Gesamtwirtschaft erforderlich wäre.

„Mit diesem Paket bleibt die Bundesregierung deutlich hinter einer wirksamen Entlastung zurück. 17 Cent je Liter mögen auf den ersten Blick nach Handlungsfähigkeit aussehen, gleichen die tatsächlichen Mehrbelastungen aber weder für die Transportwirtschaft noch für die Volkswirtschaft annähernd aus. Wer so entlastet, entlastet ausgerechnet dort am wenigsten, wo der Druck am größten ist: beim Diesel“, so BWVL-Präsident Jochen Quick.

Nach Berechnungen des BWVL steht der Entlastung von 17 Cent je Liter im März 2026 gegenüber dem Vormonat ein Preisanstieg von 45,4 Cent je Liter Diesel und 30,0 Cent je Liter Super E10 gegenüber. Damit werden beim Diesel nur rund 37 Prozent, bei Super E10 knapp 57 Prozent der durchschnittlichen Preiserhöhung ausgeglichen. Aus Sicht des BWVL zeigt sich darin die zentrale Fehlsteuerung der Maßnahme: Während Diesel für die Transportwirtschaft von existenzieller Bedeutung ist, entlastet die Regelung bei Benzin vor allem den privaten Verbrauch.

Auch volkswirtschaftlich bleibt das Paket deutlich hinter dem Notwendigen zurück. Auf Basis einer monatlichen Kraftstoffmenge von 4,71 Milliarden Litern ergibt sich für März 2026 eine zusätzliche Belastung von rund 1,87 Milliarden Euro. Dem steht eine Entlastung von lediglich rund 0,8 Milliarden Euro gegenüber. Damit werden nur etwa 42,7 Prozent der zusätzlichen Belastung ausgeglichen; rund 1,07 Milliarden Euro pro Monat bleiben ungedeckt. Auf zwei Monate gerechnet summiert sich die Brutto-Mehrbelastung auf rund 3,75 Milliarden Euro, während die Entlastung lediglich rund 1,6 Milliarden Euro beträgt.

Für den BWVL müssen Entlastungsmaßnahmen drei Anforderungen erfüllen: Sie müssen schnell wirken, die tatsächlich betroffenen Zielgruppen erreichen und zugleich dauerhaft sowie planbar angelegt sein. Das vorgelegte Paket erfüllt keine dieser Anforderungen in ausreichendem Maße.

Aus Sicht des BWVL braucht es stattdessen strukturell wirksame Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere:

  • eine Senkung der Energiesteuer,
  • eine Senkung der Mehrwertsteuer,
  • die Abschaffung der CO2-Abgabe auf Diesel sowie
  • ein Tempolimit, um Verbrauch und Preisdruck zu reduzieren.

Statt kurzfristiger Korrekturen im Zwei-Monats-Rhythmus sollte die Bundesregierung endlich Maßnahmen mit grundsätzlichem Strukturcharakter beschließen. Auch der Koalitionsvertrag enthält hierfür bereits Ansatzpunkte, etwa bei der angekündigten Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß. Diese Entlastung ist bislang jedoch nicht in der Breite umgesetzt worden.

„Was die Bundesregierung hier vorlegt, ist kein zielgerichtetes Entlastungskonzept, sondern ein politischer Kompromiss zulasten derjenigen, die unser Land tagtäglich am Laufen halten“, so BWVL-Präsident Jochen Quick. „Der Versuch, möglichst viele Gruppen symbolisch zu bedienen, führt dazu, dass besonders betroffene Wirtschaftsbereiche nicht wirksam entlastet werden. Für die Unternehmen im Transportbereich bedeutet das: weiter steigender Druck, weiterhin fehlende Planungssicherheit und wachsende existenzielle Risiken.“

Der BWVL bietet der Bundesregierung seine konstruktive Unterstützung bei der Erarbeitung tragfähiger Lösungen an. Angesichts der Tatsache, dass rund 50 Prozent der Transportunternehmen im Eigenlogistikbereich unmittelbar betroffen sind, besteht akuter Handlungsbedarf. Ziel muss es sein, kurzfristige Entlastung mit verlässlicher langfristiger Planungssicherheit zu verbinden. Das vorliegende Paket kann dafür allenfalls ein erster, wenngleich noch unzureichender Schritt sein.

Anmerkungen für die Redaktion:
Der BWVL repräsentiert seit 1955 als Bundesverband Mitgliedsunternehmen aus Industrie und Handel in den Bereichen Transport und Logistik. Die dem BWVL in direkter Mitgliedschaft verbundenen Unternehmen sämtlicher Größenkategorien sind in ihren Kernbereichen in einer Vielzahl von Branchen tätig. Die Interessenvertretung konzentriert sich auf die Unternehmensperspektive in der Eigenlogistik und als Verlader. Allein die Eigenlogistik, also der Transport eigener Güter mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal, umfasst neben Spediteuren und reinen Transportunternehmen 49,4 % aller transportierenden Unternehmen in Deutschland.

Pressekontakt:
Kathrin Keller
Referentin für Mobilität, Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | Tel.: +49 (0) 228 925 35-0 | www.bwvl.de