Zur Startseite

Logistik-News

Weil es zwischen Lkw, Radfahrern und Fußgängern immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt, stattet Hamburg seine Lkw mit Abbiegeassistenten aus. Auch private Unternehmen wollen mitmachen.

HamburgLkw1920jpg42768967Andy Grote (SPD), Innensenator Hamburgs, bei der Präsentation von Abbiegeassistenzsystemen in einem Lkw
©picture alliance/Markus Scholz/dpa
Hamburg. Bis Ende des Jahres sollen in Hamburg alle städtischen Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen zum Schutz von Radfahrern und Fußgängern über Abbiegeassistenten verfügen. Bis dahin sollen alle rund 2000 Fahrzeuge umgerüstet sein, wie Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Innensenator Andy Grote (SPD) am Mittwoch erklärten. Erst vor rund einer Woche war in Hamburg erneut ein Fahrradfahrer bei einem Lkw-Abbiegeunfall ums Leben gekommen.

„Aus unserer Testphase haben wir wichtige Erkenntnisse für die Nachrüstung gewonnen, so dass wir mit der Umrüstung noch im Januar beginnen können“, sagte Westhagemann. Im Pilotverfahren seien in verschiedenen Fahrzeugtypen unterschiedliche Warnsignale - etwa lautes Piepsen, ein optisches Signal auf dem Armaturenbrett oder das Wackeln des Fahrersitzes - getestet worden. Dabei kamen auch verschiedene Techniken wie Ultraschall, Radar und Videoaufzeichnung zum Einsatz. Im Rahmen einer Ausschreibung seien am Ende der Testphase mit sechs Herstellern Rahmenvereinbarungen geschlossen worden, die nun verschiedene Systeme zur Verfügung stellten.

8000 Lkw mit „Assi“ bis Ende des Jahres in der Hansestadt

Auch private Unternehmen kündigten an, sich der Initiative anzuschließen und ihre Lkw nachzurüsten. Bis Ende des Jahres könnten laut Verkehrssenator insgesamt 8000 Lkw in Hamburg mit Abbiegeassistenten ausgerüstet sein. Die Kosten beliefen sich auf fünf bis sechs Millionen Euro. „Dass es uns gelungen ist, jetzt auch schon private Unternehmen in unsere Initiative einzubinden, ist bundesweit einzigartig. Ich bin sicher, dass viele Unternehmen folgen werden“, ergänzte Innensenator Grote.

„Wir stellen fest, dass der Verkehr durch Fahrräder und E-Scooter stark zugenommen hat“, sagte Christoph Kellermann, Speditionsleiter des Logistikunternehmens Dachser in Hamburg. Die Abbiegeassistenten seien auch für den Schutz der eigenen Mitarbeiter wichtig. Alle Unfallbeteiligten trügen einen enormen psychischen Schaden davon. Mitarbeiter fielen nach einem Unfall oft sechs Monate oder länger aus.

Im einem ersten Schritt sollen nun zunächst Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen nachgerüstet werden. Bei der Stadtreinigung seien bereits Abbiegeassistenten eingebaut worden, noch im Januar soll es mit den Fahrzeugen von Polizei und Feuerwehr weitergehen. Bei Neuanschaffungen sollen künftig verpflichtend nur noch Lkw mit Abbiegeassistent bestellen werden. (dpa/sn)


Nachricht von verkehrsrundschau.de